Ein Brand in der Küche gehört zu den häufigsten Ursachen für Wohnungs- und auch für Einrichtungsbrände. Besonders heimtückisch sind Fettbrände und Brände im Backofen, weil sie sich oft unbemerkt entwickeln, aber innerhalb weniger Sekunden lebensgefährlich werden können. Für Dich als Kitaleitung oder pädagogische Fachkraft ist es wichtig zu verstehen, wie solche Brände entstehen – und wie Du im Notfall richtig reagierst. Denn Sicherheit beginnt nicht erst in der pädagogischen Arbeit, sondern im Alltag und in der eigenen Aufmerksamkeit im Haus.
Wie entsteht ein Fettbrand?
Ein Fettbrand entsteht, wenn Speiseöl oder Fett in der Pfanne, im Topf oder in der Fritteuse zu stark erhitzt wird. Jedes Fett hat einen sogenannten Rauchpunkt (ab dem es zu rauchen beginnt) und anschließend einen Flammpunkt (an dem es sich selbst entzündet).
Besonders gefährlich:
- Fett bedeutet hohe Temperaturen
- Die Flammen schlagen oft schlagartig hoch
- Kinder und Erwachsene können sich schwer verletzen
- Ein einziger falscher Handgriff – und der Brand weitet sich explosionsartig aus
Im Kita-Alltag kommt Fettbrand eher in Teeküchen oder in größeren Küchenbereichen vor – aber auch zu Hause ist jede pädagogische Fachkraft mit diesem Risiko konfrontiert.
Warum Wasser bei Fettbrand lebensgefährlich ist
Dieser Punkt ist so wichtig, dass er kaum oft genug betont werden kann:
Wasser NIEMALS auf brennendes Fett gießen!
Warum?
- Wasser sinkt im heißen Fett sofort nach unten
- Dort verdampft es schlagartig
- Der Wasserdampf reißt feine Fettpartikel mit nach oben
- Es entsteht eine kleine „Explosion“ – eine Fettverpuffung
- Der Feuerball kann bis zur Zimmerdecke reichen
Gerade in Küchen mit Kindern in der Nähe ist das eine Katastrophe. Das Risiko von schweren Verbrennungen ist enorm.
Was ist im Notfall richtig?
Wenn Fett brennt, sind diese Schritte entscheidend:
1. Hitzequelle sofort ausschalten
Den Herd aus – aber nicht die Pfanne anfassen. Der Brandherd ist extrem heiß.
2. Deckel drauf!
Ein passender Topfdeckel erstickt die Flammen. Wichtig: Abstand halten.
3. Feuerlöscher nur, wenn geeignet
Am besten sind Löscher für Brandklasse F (Fettbrände) geeignet.
Pulverlöscher machen die Küche unbrauchbar und verteilen das Fett, daher sind sie ungünstig.
4. Im Zweifel: Raus und 112 rufen
Sobald Rauch sichtbar oder die Situation unübersichtlich wird: Gebäude verlassen, Kinder evakuieren und Hilfe holen.
Brand im Backofen – ein unterschätztes Risiko
Nicht nur Fett am Herd ist gefährlich. Auch der Backofen kann schnell zur Brandquelle werden.
Typische Ursachen:
- Fetteinlagerungen oder alte Speisereste im Gerät
- Backpapier berührt die Heizstäbe
- Zu hohe Grillfunktion
- Überquellende Aufläufe
- Defekte in der Elektrik
Das tückische: Ein Brand im Backofen bleibt manchmal zunächst unbemerkt, weil die Tür geschlossen ist.
Was tun, wenn der Backofen brennt?
Zum Glück kann man bei Backofenbränden oft ruhig und gezielt handeln.
1. Tür geschlossen lassen
Oberstes Gebot!
Sauerstoff macht das Feuer größer – also NICHT öffnen.
2. Gerät ausschalten und stehen lassen
Die Hitze entzieht dem Feuer langfristig Energie. Manche Brände ersticken von selbst.
3. Strom unterbrechen
Wenn möglich, den Herd über den Sicherungskasten ausschalten.
4. Bei weiterem Rauch: Notruf
Auch hier gilt: Sicherheit geht vor.
Wenn sich Rauch ausbreitet → 112 wählen.
Prävention im Alltag und in der Kita-Küche
Damit es gar nicht erst zu solchen Situationen kommt:
- Regelmäßig Backofen reinigen, besonders Fette und Krusten entfernen
- Pfannen nie unbeaufsichtigt lassen, auch nicht für „nur mal kurz“
- Kochschürzen und Hitzehandschuhe bereitstellen
- Feuerlöscher gut sichtbar und griffbereit halten
- Kita-Mitarbeitende regelmäßig schulen – kleine Wiederholungen wirken Wunder
- Kinder sensibilisieren, wo sie Abstand halten müssen
Gerade in Kitas ist es wichtig, dass alle Mitarbeitenden wissen, wie sie im Ernstfall reagieren. Ein geübtes Team bleibt ruhiger, schützt die Kinder besser und verhindert größere Schäden.
Fazit
Brände durch Fett oder im Backofen wirken auf den ersten Blick wie kleinere Küchenprobleme, sind aber tatsächlich hoch gefährlich. Mit dem richtigen Wissen und routiniertem Handeln kannst Du im Ernstfall Schlimmeres verhindern. Und noch wichtiger: Durch einfache Präventionsmaßnahmen kannst Du viele dieser Situationen bereits im Vorfeld vermeiden.
Wenn Du diese Themen regelmäßig mit Deinem Team ansprichst und sie Teil eurer Sicherheitskultur werden, trägst Du aktiv dazu bei, dass eure Kita ein sicherer Ort bleibt – nicht nur für die Kinder, sondern auch für Dich und Dein Team.










